! Achtung: Folgender Text ist komplett ungefiltert !
! Triggerwarnung: Dieser Text beinhaltet Traumata, Tod und Krankheiten !
Die sachlichere Aufklärung findest du unter: MCS
Ich starte mal weniger sachlicher, sondern mache einfach mal klar Tisch und erzähle ein Teil meiner Geschichte zu MCS. (Viele andere thematische Erwähnungen sind extrem gekürzt.) Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich mich nicht mehr komplett an alles im Detail erinnern kann.
Schon früh war ich etwas anders mit anderen Herangehensweisen als andere. Mit ca. 13 Jahren bekam ich ein neues Zimmer mit komplett neuen Einrichtungsmöbel, die ich mir vorher aussuchen konnte. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich vermehrt ungewöhnlichere Handlungen und fühlte mich von Zeit zu Zeit etwas anders. Mein Essensverhalten war nicht normal und ich hatte oft Kreislaufprobleme, aber ich glaube das war auch schon vor dem neuen Zimmer, aber ist nicht all zu relevant. Nachdem ich aber nun mein neues Zimmer hatte, fühlte ich ungewöhnlichere Gefühle und kam ich seltsamen Situationen. Anfangs bin ich zum Beispiel einmal geschlafwandelt, obwohl ich es bisher nie tat und es auch danach nie wieder tat. Da ich währenddessen wach wurde und ich irgendwie zu überfordert war, blieb es leider als Trauma in Erinnerung. In der Schule hatte ich langsam plötzliche aus dem Nichts kommende Panikattacken ohne wirklichen Grund. Konzentrieren fiel mir immer schwieriger und ich fühlte mich allgemein immer unwohler. Ich musste immer öfter von der Schule abgeholt werden und langsam wurde die Symptome etwas definierbarer. An Höhenpunkten konnte ich es wie Stirnbrennen beschreiben und eine Verwirrtheit im Kopf, doch volkommen zusammenhangslos zu irgendetwas. Ich wusste nur, dass es in der Schule schlimmer wurde und das hatte ich mit dem Konzentrieren in Verbindung gebracht. Doch es wurde weiterhin schlimmer und schlimmer. Es führte zu einer weitere Trauma ähnlichen Situation, worin ich hilflos versuchte mittem im Unterricht mir nichts anzumerken. Mir brannte die Stirn innerlich und mein Kopf fühlte sich von innen langsam am Auflösen an. Ich fühle mich verwirrt, unruhig und extrem neben mir ohne klares Bewusstsein. Das Licht war zu hell für mich und das einzige, was ich tun konnte war, so zu tun, als ob ich auf die Toilette müsse. Ab diesem Zeitpunkt war ich irgendwann dann komplett nicht mehr in der Schule. Zuhause haben sich aber langsam auch ähnliche Symptome entwickelt bei auffällig etwas stressigeren Situationen. Dieser Stresspegel wurde aber immer sensibler und sensibler. Irgendwann konnte ich die einfachsten Dinge nicht mehr machen, wie z.B. mit der Familie essen gehen, irgendwo hinfahren, fernsehen oder ähnliches. Es wurde noch schlimmer und ich entwickelte Schlafstörungen, Panikzustände und intensive Albträume. Ich kann mich tatsächlich nicht mehr an so viel davon erinnern, aber an z.B. dass ich nie vor 4 Uhr nachts mehr als ein paar Minuten schlafen konnte und danach immer wach wurde oder erst nicht einschlafen konnte. Ich musste jede einzelne Nacht vorher durch intensives Stirn brennen und das Gefühl vom Kopfauflösen durch, bevor es sich etwas beruhigt hat und ich es konnte. Meine Mutter hatte mich unterstützt und geholfen in diesen Situationen. Sie hatte ebenfalls auch schon ein Verdacht, woher die Symptome kommen könnten. Irgendwann war der Zeitpunkt erreicht, dass ich einfach nicht mehr konnte und nichts mehr wusste, woran es liegen könnte. Während all dem war ich bei etlichen Ärzten, aber niemand konnte helfen. Ich hatte nichts mehr zu verlieren und meine Mutter schlug vor, meine kompletten Möbel zu entfernen, wovon ich eigentlich nie überzeugt war. Doch als alles entfernt wurde, konnte ich wieder auf meiner Matraze, ohne vorher diese Phase zu durchleben, schlafen.
Bis hier hin waren es ca. 2 Jahre ohne Unterbrechung mit Symptomen und es war noch laange nicht alles wieder gut. Wir haben mit einem Teststreifen festgestellt, dass im Lattenrost scheinbar Formaldehyd enthalten war. Meiner Mutter nach rochen die restlichen Möbel auch stark nach Ausdunstungen. Es bleibt bis heute die Vermutung, dass wahrscheinlich das alles in Kombination die MCS ausgelöst hat. Jedes mal, wenn ich sowas ausspreche, schreibe oder daran denke, dann kann ich es selber immer noch nicht glauben, dass sowas existiert, da das eigentlich sehr abstrakt ist. Aber es ist nunmal meine Geschichte und auch die Realität.
Meine Geschichte ist hier aber noch lange nicht zu Ende. Ich konnte zwar ganz langsam wieder Dinge machen, aber ich verlor dadurch trotzdem mein Zimmer, da ich nur zu einer bestimmten Besserung dort gelang, die noch lange nicht ausreichend für den Alltag war. Ich habe gemerkt, dass ich in der Küche und Wohnzimmer am besten auskam und deswegen lebte ich nun mit meiner Matraze im Wohnzimmer bzw. abwechselnd auch in der Küche. In einer größeren Familie (zu dieser Zeit 7 Personen im Haus) ist es, wie man es sich auch vorstellt, so gut wie ohne Privatsphäre, aber ich hatte keine Wahl. Ich hatte die Schule auch gewechselt und stellte später auch fest, dass meine ganzen extremen Probleme auch in einem Neubau von Schulgebäude war. Über mehr als 1 weiteres Jahr musste ich mich erholen und Stück für Stück konnte ich auch irgendwann wieder eine bestimmte Zeit zur Schule gehen. Hier war es aber schon die neue Schule nach Schulwechsel, wo ich scheinbar keine extremen Probleme hatte. Ich hatte trotzdem noch Symptome bei Kontakt bei Parfüm, Deos, Kleidung, gewisse Möbel oder neuen Gegenständen, aber ohne extreme nachhaltende Symptome über Tage, wie ich es vorher hatte, wenn es nur eine kurze "Begegnung" war.
Dann kam aber ein Schicksalsschlag und meiner Mutter wurde ein Hirntumor diagnostiziert. Wir haben sie in der letzen Zeit begleitet und bei uns im Wohnzimmer als Pflegefall ohne künstliche Ernährung untergebracht. Sie konnte nur ins Wohnzimmer, wo sie quasi direkt in meiner Nähe auch war. Ich konnte das nicht verkraften sie direkt immer neben mir zu haben, da wir quasi auch nur darauf "gewartet" haben, dass es vorbei ist. Ich konnte das einfach nicht so nah erleben. Ich bin also mit meiner Matraze im Garten in ein Zelt umgezogen. Es ging einige Wochen lang so bis ich irgendwann nachts Schreie vom Haus innere hörte. Ich lief mit meiner Taschenlampe über die Terrasse durch die Terrassentür, die mir von einer meiner Schwestern geöffnet wurde. Aber meiner Mutter ging es noch ihren Zustand nach "gut". Es war mein Vater, der durch einen asmathischen Anfall einen Herzstillstand und darauf zufolge einen Hirntod erlitt. Ein paar Tage später starb dann auch meine Mutter. Ich verbrachte noch einen weiteren Monat nach all dem im Zelt. Es ist eine Geschichte der die ganze Familie betrifft und nicht nur mich, deswegen halte ich mich kurz, da ich nicht der Mittelpunkt hier bin.
Nach Anfang eines Blickrichtungswechsels zu psychische Symptome, die mein Vater kurz vor seinem Tod eingeleitet hatte, bin ich danach mit Anfang 17 (ein halbes Jahr nach diesen Vorfällen) in die Psychiatrie gegangen. Dort konnte ich bei Patienten viele Eindrücke von Psyche bekommen. Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten mit den Symptomen, ungewiss woran es genau liegt, aber diese verflogen nach ein paar Tagen etwas. Es wurde innerhalb 4 Monaten nichts festgestellt außer Zwangsstörungen (OCD). Diese sind meines Erachtens aber nicht vollwertig zutreffend, da es nicht klassische Zwangsstörungen waren und nichts mit den beschriebenen Symptomen zu tun hatte. Es war quasi etwas, was aufgefallen ist und genannt wurde, damit man irgendetwas greifbares hat. Diese Zwangsstörungen wurden so interpretiert, da ich bestimmte Strategien zur Vermeidungen entwickelt hatte, damit ich solche Symptome erst nicht fühlen muss. Sowas kann schnell in OCD eingeordnet werden, wenn ich auf solche Strategien bestand, weil ich mich missverstanden fühlte. Ich habe also in Bereichen gewisse Gewohnheiten entwickelt, um mit Dingen besser umzugehen, was nicht direkt immer eine Krankheit sein muss. Ich kam also ohne wirklich neuen Erkenntnissen dort heraus.
Nach dem Verkauf unseres Heimathauses mussten wir erstmal woanders unterkommen. Ich merkte aber, dass ich sogar in diesem Ort an der freien Luft etwas Probleme mit der Empfindlichkeit der Symptome hatte. Im neuen Haus war es auch ähnlich. Dort lebte ich ein paar Monate lang, wobei es aushaltbar war. Ich hatte mich aber trotzdem konstant etwas schlechter gefühlt , als bei andere Orten, aber ohne extremer Schlechterung. Es war alles dennoch spürbar unangenehm, worauf ich mich entschied, alleine wegzuziehen. Mit dem Verbleib, was aus den Einnahmen des Heimathauses entsprang.
Mit Ende 17 war ich dann nun alleine in einer Wohnung und hatte hunderte Fehltage in der Schule. Ich bekam im Gymnasium nur einen ausreichenden Realschulabschluss und musste für einen besseren Abschluss auf die BBS. Ich bekam noch Vollwaisenrente, womit ich das Finanzielle etwas stämmen konnte, aber das braucht Schul- bzw Ausbildungsnachweise. Ich habe es also wieder geschafft ins Schulleben einzusteigen, damit ich meinen Abschluss verbessern konnte. Öfter hatte ich immer wieder Konfrontationen mit MCS-Situationen, die ich aber immer etwas abwehren konnte. Ich habe gemerkt, dass sich mein Stoffwechsel etwas veränderte. Mit 18 Jahren bekam ich dann auch eine starke Mandelentzündung, die mich stark beeinflusst hat. Ab diesen Zeitpunkt ging es wieder bergab.
Ich bekam wieder leichte Konzentrationsprobleme und Verdauungsbeschwerden. Meine vorherigen Symptome wurden nochmal etwas empfindlicher und ich komme schon bei leichteren Beschwerden nicht so klar. Ich entwickelte plötzlich eine Laktose- und Glutenintoleranz, die ich vorher nicht hatte. Das begleitet mit unangenehmen unschönen Verdauungsbeschwerden, die auch zur Operation geführt haben nach längeren Leidensweg. Während der Zeit konnte ich nicht mehr zur Schule gehen, da ich einfach für alles zu empfindlich geworden bin, bis ich komplett aus der Schule entlassen wurde. Dem zufolge hatte, dass ich keine Schul- bzw Ausbildungsnachweise mehr für die Waisenrente schicken konnte und nun komplett von dem Geld leben musste, was meine Eltern hinterlassen hatten. Aber jetzt wirken sich meine Symptome eher wie ein Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) aus, aber dennoch begleitet mit der Multiple Chemikalien Sensitivität (MCS), die sich auch auf den Stoffwechsel auswirkt.
Hier aber stehe ich selber zu diesem Zeitpunkt noch sehr unklar da, weil es auch noch aktuell ist und ich erst vor kurzem die ganzen Begrifflichkeiten kennengelernt habe. Für mich sind die Begrifflichkeiten nicht endgültig, aber sie beschreiben am besten bzw 1 zu 1, was mich betrifft. Also es ist nicht von einem Arzt abgeklärt, da zu einem den meisten Ärzten diese Begrifflichkeiten aufgrund der fehlenden Aufklärung unbekannt sind und zu anderem ich einfach keine Energie mehr für Arztbesuche habe. Für diesen Text hat es auch nicht wirklich extenzielle Bedeutung, weil diese Begriffe trotzdem genau das beschreiben, was bei mir vorliegt. Also Dinge, die für viele einfach zu abstrakt sind, um wirklich zu glauben bzw zu selten vor kommen, um diese Krankheiten zu kennen. Ich bin momentan in der Lage, worin ich zwar vorher alles versucht hatte, um all dem mit Arztbesuchen entgegen zu wirken, aber jetzt einfach keine Kraft mehr für sowas habe. Ich bin etwas alleine auf mich gestellt, um Dinge herauszufinden bzw individuelle Lösungen für mich zu finden. Vieles ist chronischen Ursprungs und nicht direkt behandelbar. Klar kann ich es nicht zu 100 Prozent so sagen, aber auch gerade aus diesem Grund, weil es so unbekannt und unerforscht ist. Es hat keine richtige Bedeutung, aber dennoch ist es real. Ich versuche nun schon sehr lange das alles anhand von mir zu ergründen und neue Dinge herauszufinden. Bisher nicht so wirklich von großen Erfolg. Leider kann dies auch wieder mit Depressionen verwechselt werden. Ich interessiere mich schon seit Anfang der kleinen Konfrontationen mit 13 Jahren für die Psychologie. Ich habe dadurch emotionale Intelligenz erlernt sowie auch starke Empathie. Durch all meine Erlebnisse und Einflüsse konnte ich ein gewisses Gefühl der Psychologie auch mit Hilfe meiner Empathie erlernen. Ich habe viele Lebensphasen selber erlebt und auch gesehen, worin ich meist selber immer psychologisch bei Seite stand. In der Psychatrie hatte ich ein Medikament bekommen, bei dem ich gehemmt wurde und mir selber nicht bei Seite stehen konnte. Deswegen habe ich dort das erste mal wirklich Depressionen am eigenen Leib gefühlt, womit ich vielleicht meine Aussage "CFS statt Depressionen" etwas mehr gewichten kann.