Alleine sein
"Ich bin alleine"
Ja. Das stimmt. Ich bin alleine. Es ist nicht so, dass ich unbedingt alleine sein möchte. Eher das Gegenteil. Es tut weh. Sehr lange schon sogar. Deswegen habe ich trotzdem irgendwie halt gesucht. Nach Leuten Ausschau gehalten, die mich verstehen könnten. Die mich nicht mehr wie "Ich bin alleine" fühlen lassen. Mein ganzes Leben ging irgendwie immer darum. Aber ich habe nie wirklich Anschluss gefunden. Nie Leute gefunden, wo ich sagen konnte "Hier darf ich bleiben - egal was passiert". Immer hat mich irgendwas davon entfernt. Immer irgendwelche Einschränkungen, wodurch ich das nie wirklich erleben konnte. Gerade auch beim Alleine-sein kommen ganz andere Schmerzen mit hoch. Dinge, die man vielleicht unterdrücken wollte. Dinge, die man nicht ändern kann.
Schmerz zum Beispiel. Er gehört irgendwie immer dazu. Von allen Seite und in verschiedenen Intensitäten.
Er sagt, was schlecht ist und was man lieber nicht tun sollte.
Aber was soll man tun, wenn man ihn an wirklich jeder Ecke fühlt?
Sich einengen lassen. Alleine sein. Versuchen irgendwen zu suchen.
Irgendwann aber geht man nirgends mehr hin.
Warum aber funktioniert das alles nicht? Was will Schmerz mir sagen?
Vielleicht, dass es der falsche
Weg ist, den ich gerade gehe. Es funktioniert nicht. Unzwar in der gesamten Denkweise wie ich denke.
Schmerz leitet ein. Aber er sagt nie direkt, was falsch läuft.
Also was läuft falsch, wenn alles irgendwie falsch ist?
Ist alleine sein falsch?
Oder zu denken, dass ich alleine bin? Oder den Schmerz selbst zu fühlen?
Oder wie ich den Schmerz interpretiere?
Schmerz lässt sich nicht weg interpretiere. Durch interpretieren erforscht man nur.
Zum Beispiel was einem wirklich wichtig ist. Schmerz ist auch eine Quelle, warum man etwas tut.
Einfach etwas tun. Etwas was anders ist. Etwas was tiefer als nur ein Schmerz ist. Kein Ziel. Nur eine Richtung. Eine Richtung, die mich vielleicht von dem wegzieht, was ich will. Aber vielleicht will ich auch etwas anderes. Vielleicht ist es mal besser weg von dem Schmerz zu gehen, um dem auf den Grund gehen zu können. Ich meine, was soll ich verlieren? Wenn ich mich bewege, dann komme ich zumindest eher irgendwo an, als dass ich hier bleibe. Es hat nie funktioniert. Aber einfach irgendwas zu tun funktioniert. Ich werde es nicht vergessen. Ich hoffe auch weiter darauf. Bewegung ist aber etwas, was ich kann. Ich suche also keine Bewegung, sondern bin sie. Wenn ich auf etwas stoßen sollte, dann bin ich der Erste. Wenn nicht, dann habe ich zumindest nichts verloren und bin gegangen. Es steht und fällt mit mir. In einer Welt, wo ich Menschen nicht finden, sondern nur gefunden werden kann. Was aber nicht alleine meine Energiequelle ist.
Es ist schwer einen tieferen Halt oder Sinn für einen zu finden, wenn man nichts hat. Es ist aber nicht unmöglich. Schmerzen sind immer irgendwie da. Aber Schmerzen sind nicht nur einschränkend, sondern auch eine Orientierung. Seine eigene Sichtweise auf sie kann einen lähmen. Schmerzen zu akzeptieren ist nicht falsch, wenn man trotzdem weiterhin auf sie hört. Einen Punkt, den man meist erst selber erleben muss. Also vielleicht bin ich nicht nur alleine, sondern auch der Erste.
Scheiß Kalendersprüche...