Terminlogik
Es werden Begrifflichkeiten wie "psynetisch", "Pnenums" oder "Neticos" verwendet. Um ihre Bedeutung zu erfahren sind Notizen dazu angelegt worden -> Psynetik
Der Ursprung
Termine sind optimierte Koordinationsverfahren. Sie gelten als standard in jedem menschlichen Bereich. Jedoch ist Zukunftsplanung und fest terminierte Ereignisse nicht das selbe. Sie sind nur einfach zu gestalten, jedoch auch kontrollierend. Ein Verfahren, das technisch optimiert ist, jedoch den Menschen vernachlässigt. Der Mensch braucht Struktur, Sicherheit und Verlässlichkeit, was durch Termine einfach gegeben wird. Jedoch braucht der Mensch auch Freiheit, Autonomie und Spontanität, was durch Termine eingeschränkt wird. Also wäre der beste Weg nicht an technische Optimierungen an Menschen anzusetzen, sondern Technik als Werkzeug zu benutzen, um sich an menschlichen Optimierungen anzupassen ohne Bedürfnisse außer acht zu lassen. Also als Übersetzung zu ein konkretes Modell innerhalb der psynetischen Systemlogik wird hier das Beispiel Meetings genommen:
Die Ausgangskritik an der klassischen Terminlogik anhand von Meetings
Das klassische Modell geht von folgender Annahme aus:
Koordination gelingt am besten, wenn Menschen ihr Verhalten an feste Zeitpunkte anpassen.
Deshalb wird zuerst die Zeit festgelegt:
- Dienstag 14:00 Uhr Meeting.
- Mittwoch 09:30 Uhr Besprechung.
- Freitag 16:00 Uhr Review.
Erst danach wird geschaut:
- Sind die Leute verfügbar?
- Haben sie gerade Konzentrationsphasen?
- Gibt es überhaupt genügend relevante Themen?
- Ist das Meeting aktuell sinnvoll?
Der Mensch wird dabei gewissermaßen als eine Ressource behandelt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufbar sein soll.
Die Kritik daran lautet ungefähr:
Diese Logik maximiert technische Planbarkeit, berücksichtigt aber den tatsächlichen Zustand der beteiligten Menschen und den realen Kommunikationsbedarf nur unzureichend.
Die Grundannahme des neuen Modells
Die zentrale Annahme lautet:
Meetings sollten durch Zustände und Kommunikationsbedarf ausgelöst werden, nicht primär durch Uhrzeiten.
Anders formuliert:
Nicht die Zeit erzeugt das Meeting.
Sondern:
- relevante Themen,
- Entscheidungsbedarf,
- Verfügbarkeit,
- Gruppenbereitschaft,
- organisatorische Zustände
erzeugen das Meeting.
Die Uhr dient nur noch als Hilfsmittel zur Orientierung.
Das Hybrid-Meeting-Modell
Dieses Modell ist weder rein terminbasiert noch rein spontan.
Es kombiniert:
1. Zustandsbasierte Auslösung
Ein Meeting entsteht nur, wenn Bedingungen erfüllt sind.
Zum Beispiel:
- Es liegen genügend relevante Themen vor.
- Es besteht echter Abstimmungsbedarf.
- Die zuständigen Personen sind verfügbar.
- Die Kommunikation bringt aktuell einen Mehrwert.
Dadurch werden Meetings nicht mehr zum Standardzustand.
2. Wahrscheinlichkeitsbasierte Vorhersage
Das System analysiert:
- Anwesenheitsmuster,
- Arbeitsrhythmen,
- Verfügbarkeiten,
- aktuelle Projektzustände.
Dann berechnet es:
Wie wahrscheinlich ist ein sinnvoller Meetingzeitpunkt in den nächsten Minuten?
Das System arbeitet also nicht mit:
"Meeting um 14:00 Uhr."
sondern eher mit:
"Hohe Wahrscheinlichkeit eines Meetings innerhalb der nächsten 20–30 Minuten."
3. Menschliche Bereitschaft statt bloßer Anwesenheit
Hier kommt ein Tracking-Gedanke ins Spiel.
Wichtig:
Das Tracking dient nicht der Leistungskontrolle.
Sondern der Zustandsbestimmung. Geschützt durch die psynetischen Pnenums.
Beispiele:
- Befindet sich jemand in einer tiefen Konzentrationsphase?
- Ist jemand kurz vor einem sinnvollen Abschluss?
- Ist eine Unterbrechung aktuell günstig?
- Benötigt jemand noch 10 Minuten?
Das System versucht also nicht:
"Wie produktiv ist Person X?"
sondern:
"Wie störend wäre eine Unterbrechung gerade?"
Das ist ein völlig anderer Zweck.
4. Vorwarnphase
Wenn die Wahrscheinlichkeit hoch genug wird:
Meeting wahrscheinlich innerhalb der nächsten 15–45 Minuten.
Dann werden Mitarbeitende informiert.
Dadurch entsteht Orientierung.
Gleichzeitig entsteht keine harte Einschränkung wie:
Punkt 14:00 Uhr musst du sofort alles fallen lassen.
5. Dynamischer Start
Das Meeting beginnt, wenn:
- genügend Teilnehmer bereit sind,
- die relevanten Personen verfügbar sind,
- der Kommunikationsbedarf weiterhin besteht.
Nicht weil eine Uhrzeit erreicht wurde.
6. Asynchrone Nachholung
Wer nicht anwesend war:
- erhält Aufzeichnung,
- Zusammenfassung,
- Beschlüsse,
- Möglichkeit für Rückfragen.
Dadurch wird die Teilnahme weniger kritisch.
Die Informationsweitergabe wird wichtiger als die physische Anwesenheit.
Warum das ein Hybrid-Modell ist
Termine werden nicht vollständig ersetzt.
Aber ihre Dominanz wird reduziert.
Deshalb ist es ein Hybrid.
Zeit bleibt erhalten als:
- Orientierung,
- Prognose,
- Planungshilfe.
Zeit verliert aber ihre Rolle als:
- primärer Auslöser,
- zentrale Steuerungsinstanz.
Die eigentliche Aktualisierung der Terminlogik
Wenn man es auf einen Satz reduzieren müsste:
Alte Terminlogik:
Menschen passen sich festen Zeiten an, damit Kommunikation stattfinden kann.
Die aktualisierte Terminlogik:
Zeiten passen sich möglichst an reale Kommunikationszustände an, damit Kommunikation mit möglichst geringer menschlicher Belastung stattfinden kann.
Oder noch kürzer:
Von zeitgesteuerter Koordination zu zustandsgesteuerter Koordination mit zeitlicher Orientierung.
Andere Beispiele
Zahnarzttermine, Behördentermine etc sind eine andere Systemordnung. Solche Systeme ebenfalls menschenfreundlicher zu gestalten ist theoretisch auch möglich. Sie erfordern aber strukturierte technische Präzisionen sowie menschliche Gesellschaftsarchitektur, um sie gesellschaftweit in Einklang zu bringen. Es ist also auf keinen Fall etwas, was nur eine Person oder nur ein System bewerkstelligen kann. Es wäre also etwas fürs "Neticos" mit psynetischen Schwerpunkt.
Termine an sich sind ein gutes Konzept, jedoch nicht wirklich optimal angesetzt. Es geht nicht darum, Termine grundsätzlich zu ersetzen, sondern das Konzept von Termine zu erweitern.